
Samsung GMR65R85H Micro RGB (2026) im Test
Lichtgestalt mit Schattenseiten
Als Samsung im April 2026 seine neuen Micro RGB-Fernseher auf den Markt brachte, waren die Erwartungen hoch. Der GMR65R85H soll das Versprechen erfüllen, das OLED und LCD über viele Jahre nur andeutungsweise bieten konnten: eine perfekte Verbindung aus grenzenlosem Kontrast und blendender Helligkeit, ohne die üblichen Probleme wie Burn-in oder die Einschränkungen durch Hintergrundbeleuchtung. Also echtes, tiefes Schwarz.
Doch jede technische Revolution bringt auch Kompromisse mit sich. Wir haben den 65-Zoll-Fernseher im Alltag getestet, weit über das einfache Abspielen von 4K-Demos hinaus. In diesem Bericht untersuchen wir, ob der GMR65R85H seinen stolzen Preis von knapp 2.800 Euro wert ist, oder ob wir es hier mit einem Produkt für Technik-Enthusiasten zu tun haben, das zwar im Labor beeindruckt, im Alltag aber noch mit Kinderkrankheiten kämpft. Ist die Micro-RGB-Technologie wirklich bereit, Ihr Wohnzimmer zu erobern, oder bleibt sie ein teurer Prototyp im Seriengewand?
Quick-Check
- Überragende Bildqualität
- Sehr hohe Leuchtkraft
- Perfektes Schwarz
- Riesen Streaming-Angebot
- Mäßiger Klang
- Hohe Temperaturentwicklung
- Kein Dolby Vision
Weitere Größen des Samsung R85H:
- 55 Zoll / 138 cm – Samsung GMR55R85HAUXZG Micro RGB R85H
- 65 Zoll / 163 cm – Samsung GMR65R85HAUXZG Micro RGB R85H
- 75 Zoll / 189 cm – Samsung GMR75R85HAUXZG Micro RGB R85H
- 85 Zoll / 214 cm – Samsung GMR85R85HAUXZG Micro RGB R85H
- 100 Zoll / 254 cm – Samsung GMR100R85HAUXZG Micro RGB R85H

Optik & erster Eindruck
Auf den ersten Blick wirkt der GMR65R85H wie ein Stück moderner Wohnkunst. Das „Infinity Air Design“ lässt den Rahmen nahezu verschwinden: Weniger als ein Millimeter trennt das Bild von der Wohnzimmerwand. Hängt der Fernseher mit der Vogel’s TVM 5607 Halterung an der Wand, entsteht der Eindruck eines digitalen Fensters, das sich nahtlos in die Umgebung öffnet. Samsung setzt hier zweifellos einen neuen Maßstab für minimalistisches Design.
Doch der zweite Blick ist weniger gnädig. Die Bautiefe von 5,2 Zentimetern erinnert daran, dass Perfektion oft nur eine Frage der Perspektive ist. Während LGs OLEDs fast schon papierdünn an der Wand kleben, wirkt der R85H im Profil deutlich massiver. Immerhin: Verarbeitung und Materialqualität überzeugen. Das Gehäuse ist solide, die Kunststoffoberflächen hochwertig, und selbst die Rückseite präsentiert sich mit ihrer geriffelten Struktur überraschend edel. Kabelkanäle sind clever integriert, doch die Entscheidung gegen eine One-Connect-Box rächt sich. Alle Anschlüsse sitzen in einer Vertiefung auf der Rückseite. Das ist praktisch für die Produktion, aber weniger schön für den Nutzer, der jedes Kabel direkt ins Gehäuse führen muss.
Ein weiterer Schönheitsfehler zeigt sich beim Display. Im Gegensatz zum teureren R95H verzichtet der R85H auf eine vollständige Entspiegelung. In hellen Räumen wird das schnell zum Kompromiss, der die ästhetische Illusion durch Reflexionen bricht.

Ausstattung
Technisch klotzt der GMR65R85H mit dem neuen Micro RGB AI Engine. Samsung wirbt mit „echter künstlicher Intelligenz“, doch im Alltag fühlt sich das oft wie eine Bevormundung an.
Das Betriebssystem: Werbung im Premium-Segment
Tizen OS 2026 ist schnell, keine Frage. Aber es ist auch überladen. Die Startseite gleicht mittlerweile eher einer Werbeplattform als einer Steuerzentrale. Trotz des hohen Kaufpreises wird man mit „Empfehlungen“ für Streaming-Dienste und gesponserten Inhalten bombardiert. Die Navigation durch die Menüs erfordert oft drei Klicks zu viel, um zu den simplen Bildeinstellungen zu gelangen. Warum muss ich mich durch einen „Gaming Hub“ und einen „Daily+ Bereich“ wühlen, um die Helligkeit anzupassen?
Der AI-Companion: Genie oder Nervensäge?
Der integrierte Vision AI Companion soll das Smart Home steuern und Fragen zum Filminhalt beantworten. In der Praxis ist die Trefferquote durchwachsen. Auf die Frage „Wer ist der Regisseur dieses Films?“ antwortet das System meist präzise. Doch bei komplexeren Aufgaben, wie etwa der Suche nach einer bestimmten Szene („Springe zu der Verfolgungsjagd in Paris“), scheitert die KI oft an der Metadaten-Analyse der Streaming-Anbieter. Zudem ist die permanente Mikrofon-Bereitschaft ein Datenschutz-Albtraum, den man zwar deaktivieren kann, dann aber einen Großteil der „smarten“ Funktionen verliert.
Konnektivität: Stark bei Gaming
Vier HDMI‑2.1b‑Ports mit voller 48‑Gbit/s‑Bandbreite sind ein Segen für Gamer. 4K bei 144 Hz, VRR, FreeSync Premium Pro und G‑Sync‑Kompatibilität sorgen für ein butterweiches Bild, das selbst in hektischen Spielsituationen stabil bleibt. Der neue „Neuro‑Latency‑Mode“ reduziert den Input‑Lag auf beeindruckende 4 Millisekunden. Ein Wert, der bisher Gaming‑Monitoren vorbehalten war.
Doch Samsung bleibt sich treu: Dolby Vision fehlt weiterhin, und auch Wi‑Fi 7 sucht man vergeblich. Stattdessen gibt es nur Wi‑Fi 6E. Für ein 2026er Premiumgerät ein unnötiger Rückschritt. HDR10+ mag Samsungs Lieblingsformat sein, aber für Filmfans ist dieser Verzicht ein Ärgernis, das sich durch den gesamten Produktzyklus zieht.

Bildqualität
Die Bildqualität des GMR65R85H ist das Herzstück dieses Fernsehers und sie schlägt mit einer Kraft, die man nicht ignorieren kann. Die Micro‑RGB‑Technologie sorgt dafür, dass jeder Pixel aus drei selbstleuchtenden LEDs besteht. Keine Hintergrundbeleuchtung, kein Local Dimming, keine optischen Umwege. Nur reine, unmittelbare Lichtemission.
Helligkeit & HDR: Ein visuelles Inferno
In unserem Test mit dem 2026er Remaster von Mad Max: Fury Road auf 4K Ultra HD Disc entfesselte der R85H eine Helligkeit, die ihresgleichen sucht. Über 3.760 Nits in HDR‑Spitzen! Das ist nicht nur hell, das ist physisch spürbar. Wenn Sonnenlicht auf Metall trifft, wirkt es so real, dass man unwillkürlich blinzelt. Der Fernseher verschiebt die Grenze dessen, was ein Wohnzimmerbild leisten kann.
Schwarzwerte: Der Abgrund als Bühne
Doch die wahre Meisterschaft zeigt sich im Dunkeln. In der ikonischen Keller‑Szene aus Batman – The Dar Knight offenbart die Micro‑RGB‑Technik ihre Überlegenheit. Kein Blooming, kein Streulicht, keine grauen Schleier. Schwarz ist hier nicht einfach die Abwesenheit von Licht. Es ist eine dichte, samtige Materie, die das Bild trägt. Helle Objekte stehen messerscharf vor absoluter Finsternis, als hätte jemand die Realität mit einem Skalpell getrennt.
Farben: Zwischen Euphorie und Übertreibung
Die Farbdarstellung ist spektakulär. Manchmal leider zu spektakulär. 100 % BT.2020‑Abdeckung bedeuten Farben, die jenseits dessen liegen, was herkömmliche Displays darstellen können. Neonlichter in Tokyos City wirken fast übernatürlich intensiv. Doch genau hier beginnt die Kritik: Der Fernseher neigt dazu, die Welt schöner zu machen, als sie ist. Selbst im Filmmaker Mode spürt man den Drang des Prozessors, das Bild zu „optimieren“.
KI‑Verarbeitung: Präzision mit Nebenwirkungen
Das Upscaling ist beeindruckend. Alte Full‑HD‑Inhalte wirken, als hätte man sie neu gemastert. Doch die Bewegungsglättung bleibt selbst in der niedrigsten Stufe leicht präsent. Ein subtiler Soap‑Opera‑Effekt, der Puristen stören kann. Bei schnellen Kameraschwenks entstehen gelegentlich minimale Artefakte, als würde die KI für einen Moment über ihre eigene Intelligenz stolpern.
Micro‑Noise & Blickwinkel
In sehr dunklen Graustufen zeigt sich ein feines elektronisches Rauschen. Ein bekanntes Problem aktueller Micro‑LED‑Generationen. Es ist subtil, aber sichtbar. Die Blickwinkelstabilität ist hervorragend, doch bei extremen Winkeln driftet die Farbtemperatur leicht ins Kühle.

Klangqualität
Samsung verspricht mit „Object Tracking Sound Pro“ ein akustisches Erlebnis, bei dem der Ton den Bewegungen auf dem Bildschirm folgt. In der Theorie klingt das beeindruckend, doch in der Praxis stößt das Konzept schnell an physikalische Grenzen. Das eingebaute 2‑Kanal‑System kann schlicht nicht leisten, was Samsung ihm abverlangt.
Der Klang: Klar, aber kraftlos
Für Nachrichten, Talkshows oder leichte Unterhaltung ist der Sound des GMR65R85H völlig ausreichend. Stimmen sind klar, Dialoge gut verständlich. Doch sobald ein Actionfilm startet, bricht das Klangbild in sich zusammen. Explosionen klingen hohl, Bass fehlt nahezu vollständig, und epische Soundtracks verlieren ihre Wucht. Die 30 Watt wirken wie ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn das Bild gleichzeitig mit über 3.700 Nits um Aufmerksamkeit ringt.Dass Samsung bei einem High‑End‑Modell auf dedizierte Tieftöner verzichtet, wirkt wie eine bewusste Entscheidung zugunsten des Zubehörverkaufs.
Die Rettung: Die HW‑Q995GW Soundbar
Mit der Samsung HW‑Q995GW Soundbar zeigt sich, was der R85H eigentlich könnte. Dank Q‑Symphony verschmelzen die internen Lautsprecher mit dem 11.1.4‑System der Soundbar. Der Subwoofer liefert Druck, die Rear‑Speaker schaffen Raum, und Dolby Atmos entfaltet sich endlich so, wie es gedacht ist. Erst dann wird aus dem beeindruckenden Bild ein vollständiges Heimkinoerlebnis.
| Merkmal | Spezifikation |
| Modellbezeichnung | Samsung GMR65R85HAUXZG |
| Bildschirmdiagonale | 65 Zoll (163 cm) |
| Display-Technologie | Micro RGB LED (selbstleuchtende Subpixel) |
| Auflösung | 3.840 x 2.160 Pixel (4K Ultra HD) |
| Bildwiederholrate | 144 Hz |
| Soundsystem | 2.0 Kanal System |
| Ausgangsleistung (RMS) | 30 Watt |
| Audio-Formate | Dolby Atmos Unterstützung |
| VESA-Norm | 400 x 300 mm |
| Gewicht (ohne Standfuß) | 19,1 kg |
| Gewicht (mit Standfuß) | 19,5 kg |
| EAN | 8806099097981 |
Quick-Check
- Überragende Bildqualität
- Sehr hohe Leuchtkraft
- Perfektes Schwarz
- Riesen Streaming-Angebot
- Mäßiger Klang
- Hohe Temperaturentwicklung
- Kein Dolby Vision
Fazit
Der Samsung GMR65R85H ist ein Fernseher, der Grenzen verschiebt! Aber leider nicht ohne Kompromisse. Seine Micro‑RGB‑Technologie liefert eine Bildgewalt, die 2026 ihresgleichen sucht: eine Helligkeit, die Räume flutet, Farben, die jenseits des Gewohnten liegen, und Schwarzwerte, die selbst High‑End‑OLEDs in den Schatten stellen. Wer ein helles Wohnzimmer hat oder HDR‑Inhalte bei Tageslicht genießen möchte, findet kaum eine bessere Lösung.
Doch die Kehrseite ist nicht zu übersehen. Die Kinderkrankheiten der Micro‑LED‑Generation, wie feines Rauschen in dunklen Szenen, gelegentliche KI‑Artefakte und eine aggressive Bildoptimierung, trüben die Perfektion. Dazu kommen Entscheidungen, die man Samsung in dieser Preisklasse übelnimmt: das Fehlen von Dolby Vision, ein überladenes Betriebssystem und ein Klang, der ohne Soundbar schlicht nicht mithalten kann.
Der GMR65R85H ist ein technologisches Statement. Aber er ist nicht der beste Fernseher für jeden. Wer Spektakel sucht, wird ihn lieben. Wer filmische Reinheit erwartet, wird mit ihm ringen.
Gesamtnote: Sehr gut!







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