LG 65QNED7EB3C im Test

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LG 65QNED7EB3C im Test

 

LG 65QNED7EB3C im Test

Die günstige Alternative zum OLED-Fernseher?

OLED-Fernseher gelten als das Maß aller Dinge, doch sie haben ihren Preis. Der koreanische OLED-Spezialist LG schickt nun mit dem 65QNED7EB3C (2026er-Modell) einen preiswerten Quantum-Dot-Fernseher mit MiniLED-Technik ins Rennen. Wir haben das 65-Zoll-Gerät auf Herz und Nieren geprüft. Kann der Mix aus zwei Welten die Dominanz der organischen Leuchtdioden brechen, oder bleibt er nur der ewige Zweite?

Quick Check

Vorteile
  • Enorme Spitzenhelligkeit
  • Brillante Farben
  • Flüssiges webOS 26
  • Große App-Auswahl
  • Günstig
Nachteile
  • Nur 60 Hertz
  • Leichtes Blooming
  • Kein HDR10+ Support

Der LG QNED7E ist in 6 Größen erhältlich.:

 

Der Spagat zwischen bestem Bild  und Vernunft

Wer das beste Bild will, greift zu OLED. Wer sparen will, nimmt LCD. Doch dazwischen klafft eine Lücke, die LG seit Jahren mit seiner QNED-Technologie zu füllen versucht. Der LG 65QNED7EB3C ist das neueste Kind dieser Philosophie für das Modelljahr 2026. Hier treffen Quantum Dots auf die moderne Mini-LED-Technik. Das Ziel: Farben, die so satt sind wie eine Sommerwiese nach dem Regen, kombiniert mit einer Helligkeit, die auch gegen die Mittagssonne im Wohnzimmer ankommt.

In einer Zeit, in der Streaming-Dienste ihre Preise erhöhen und das Budget der Haushalte knapper wird, stellt sich die Frage: Muss es wirklich das Top-Modell für 3.000 Euro sein, oder liefert LG hier vielleicht eine günstige Alternative? Wir haben den 65 Zöller genau unter die Lupe genommen und verraten, wie er sich im Alltag schlägt.

 

 

 

Optik: Schick, aber kein „Wow“-Effekt

Hievt man den 65-Zöller aus seinem Karton, wird schnell der Unterschied zu dem Ultra schlanken OLED-Fernsehern klar: Denn der LG 65QNED7EB3C ist mit einer Gehäusetiefe von über 7 cm alles andere als schlank. An der Materialauswahl und Verarbeitungsqualität hat LG aber nicht gespart. Der Rahmen und auch die Rückwand sind aus echtem Metall gefertigt. Der Rahmen ist angenehm schmal, was das Bild fast schweben lässt.

Im Gegensatz zu vielen High-End-Modellen, die auf einen zentralen Standfuß setzen, steht der LG 65QNED7EB3C auf zwei massiven, weit außen positionierten Standfüßen. Optisch verleiht das dem Gerät eine enorme Stabilität und eine gewisse Leichtigkeit, da das Display fast wie auf Stelzen über dem Sideboard schwebt.

Doch die Ernüchterung folgt für Besitzer schmaler TV-Möbel: Wer kein Sideboard besitzt, das nahezu die gesamte Breite des Fernsehers (immerhin rund 145 cm) abdeckt, hat ein Problem. Die Verarbeitung der Füße selbst ist solide, besteht aber größtenteils aus verstärktem Kunststoff mit einer Metall-Optik. Das wirkt hochwertig, erreicht aber nicht die haptische Eleganz der G-Serie.

Die beste Wandhalterung im Test: Vogel’s Comfort TVM 3445

Angesichts der sperrigen Fuß-Konstruktion drängt sich eine Lösung förmlich auf: die Wandmontage. In unserem Test haben wir den LG 65QNED7EB3C mit der Vogel’s Comfort TVM 3445 Wandhalterung kombiniert. Da der LG 65QNED7E mit rund 7 Zentimetern Tiefe kein absolutes Flachbau-Wunder ist, braucht er eine Halterung, die Flexibilität bietet, ohne aufzutragen. Die Comfort TVM 3445 ist schwenkbar und erlaubt es, den schweren 65-Zöller mit nur einem Finger in die gewünschte Position zu rücken. Besonders wer eine offene Wohnküche hat, wird diesen Komfort lieben: Mal eben das Bild zum Esstisch drehen, ohne dass die Mechanik knarzt oder instabil wirkt. Zudem löst die Wandmontage das Problem der ausladenden Standfüße elegant und lässt den Fernseher wie ein gerahmtes Kunstwerk wirken.

 

 

 

Ausstattung: Ein Paradies für Gamer und Streamer

LG spendiert dem 65QNED7EB3C den brandneuen Alpha 7 AI Prozessor 4K Gen9. Und dieses „Gehirn“ leistet Erstaunliches. Das Betriebssystem webOS 26 ist das Herzstück der Bedienung und es ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal entschlackter und intelligenter geworden. Die Kacheln lernen, was man schaut. Wer montags immer die Mediathek der ARD nutzt und freitags Netflix für den Filmabend startet, findet diese Apps automatisch an erster Stelle. Die Bedienung mit der „Magic Remote“ bleibt ungeschlagen: Das Cursor-Prinzip ist so intuitiv wie eine Computermaus auf dem Sofa.

Die bittere Pille: Nur HDMI 2.0

Doch jetzt müssen wir kritisch werden. Wir schreiben das Jahr 2026. Dass LG bei einem Mittelklasse-Modell nur drei HDMI-Anschlüsse verbaut, ist grenzwertig. Dass es sich dabei aber nur um den Standard HDMI 2.0 handelt, ist eine herbe Enttäuschung. In einer Zeit, in der HDMI 2.1 eigentlich Standard sein sollte, wirkt diese Entscheidung wie ein unnötiger Sparkurs. Damit einher geht die wohl größte Schwäche des Geräts: Das Panel schafft lediglich 60 Hertz. Wer hofft, hier flüssige 120-Hz-Bilder für Sport oder Gaming zu finden, wird enttäuscht.

Gaming-Sektion: Ein Lichtblick namens Bluetooth ULL

Trotz der HDMI-2.0-Bremse und der 60-Hertz-Limitierung hat LG ein Feature für Gamer eingebaut, das uns im Test positiv überrascht hat: Die Unterstützung für Bluetooth Ultra Low Latency (ULL) Controller.

Normalerweise kämpfen Bluetooth-Controller am Fernseher mit spürbaren Verzögerungen (Input Lag), was besonders bei schnellen Spielen nervt. Der LG 65QNED7EB3C nutzt jedoch einen neuen Bluetooth-Standard, der die Latenz zwischen Controller und Fernseher fast auf Null reduziert. In Verbindung mit Cloud-Gaming-Diensten wie NVIDIA GeForce Now oder Xbox Cloud Gaming, die direkt als App auf dem Fernseher installiert sind, macht das Gerät eine erstaunlich gute Figur. Man braucht keine Konsole mehr. Ein ULL-fähiger Controller reicht aus, um fast verzögerungsfrei zu zocken.

Das rettet den Gaming-Aspekt zwar nicht für High-End-Enthusiasten (dafür fehlen einfach die 120 Hertz und HDMI 2.1 für die PlayStation 5 Pro), macht den Fernseher aber zu einem Geheimtipp für Gelegenheitsspieler und Cloud-Gamer, die keine Lust auf Kabelsalat haben.

 

 

 

 

Bildqualität: Strahlende Farben, kämpfende Schatten

Kommen wir zum Herzstück: Dem Bild. LG nutzt beim 65QNED7EB3C ein IPS-Panel mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung (Advanced Local Dimming). Das sorgt für zwei Dinge: Eine fantastische Blickwinkelstabilität und eine enorme Helligkeit. Wenn im Testfilm „Top Gun: Maverick“ die Sonne über dem Flugzeugträger aufgeht, strahlt der Fernseher so hell, dass man fast zur Sonnenbrille greifen möchte. Die Farben sind dank der Quantum-Dot-Schicht extrem rein und lebendig. Ein sattes Rot sieht hier wirklich nach Scharlachrot aus, nicht nach einem verwaschenen Rosa.

Doch wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Oder in diesem Fall: zu wenig davon. In dunklen Szenen, etwa im Weltraumepos „Interstellar“, offenbart die Technik ihre Grenzen. Um die hellen Sterne darzustellen, müssen die Dimming-Zonen im Hintergrund hochfahren. Das führt zum sogenannten „Blooming“: Ein leichter Lichtschleier legt sich um helle Objekte auf dunklem Grund. Das Schwarz ist zwar deutlich tiefer als bei herkömmlichen LCDs, erreicht aber nie die absolute Schwärze eines OLEDs. In einem komplett abgedunkelten Raum wirkt das Bild dadurch manchmal etwas unruhig, da die Software sichtbar arbeitet, um die Zonen zu regeln.

Die 60-Hertz-Schranke

In schnellen Action-Szenen merkt man zudem die 60-Hertz-Bremse. Während der Prozessor versucht, mittels Zwischenbildberechnung („TruMotion“) für Ruhe zu sorgen, kommt es bei rasanten Kameraschwenks gelegentlich zu leichten Artefakten oder einer minimalen Unschärfe. Für den normalen Film- und Serienfan ist das absolut verschmerzbar, aber für Sport-Fanatiker fehlt die letzte, messerscharfe Präzision eines 120-Hertz-Panels.

Kritik muss sich LG auch bei der Werkseinstellung gefallen lassen. Der „Vivid“-Modus ist viel zu knallig und verfälscht die Hauttöne ins Unnatürliche. Wir empfehlen dringend den „Filmmaker Mode“. Hier zeigt der QNED, was er wirklich kann: Eine neutrale, kinonahe Farbwiedergabe, die den Intentionen der Regisseure entspricht.

 

 

 

Klangqualität

Physik lässt sich nicht austricksen. In dem flachen Gehäuse des 65QNED7EB3C ist schlichtweg kein Platz für große Resonanzkörper. Das Ergebnis ist ein Klangbild, das für die Tagesschau absolut ausreicht, bei Blockbustern wie „Dune“ aber kläglich versagt. Den Bässen fehlt der nötige Druck, um Explosionen körperlich spürbar zu machen. Die Mitten sind sauber, was für eine gute Sprachverständlichkeit sorgt, doch die Höhen wirken bei hoher Lautstärke schnell blechern und anstrengend.

LG versucht, dieses Manko mit Software zu heilen. AI Sound Pro simuliert einen 9.1.2 Virtual Surround Sound. Das funktioniert erstaunlich gut, um die Klangbühne breiter zu machen. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass der Ton nicht nur starr aus dem Fernseher kommt, sondern den Raum etwas mehr ausfüllt. Aber: Ein echtes Surround-System oder auch nur eine gute Soundbar kann diese Rechnerei nicht ersetzen.

Ein interessantes Feature ist die „WOW Orchestra“-Funktion. Besitzt man eine kompatible LG-Soundbar, arbeiten die TV-Lautsprecher und die Soundbar zusammen, um ein noch voluminöseres Klangbild zu erzeugen. Das ist clever gelöst und wertet den Ton spürbar auf. Ohne externe Hilfe bleibt der Sound des QNED aber das, was er ist: funktional, aber leidenschaftslos.

Um den Klang des LG wirklich Beine zu machen, kommt man um externe Hilfe nicht herum. Wir empfehlen hier den Griff zur LG DS95TR Soundbar. Dieses 9.1.5-Kanal-Kraftpaket verwandelt das heimische Wohnzimmer mit seinen fünf nach oben strahlenden Lautsprechern in eine dreidimensionale Klangkathedrale, wobei besonders der weltweit erste Upfiring-Center-Speaker dafür sorgt, dass Stimmen nicht unter dem Fernseher kleben, sondern direkt aus dem Geschehen herausgefiltert werden. Dank des „WOW Orchestra“-Features verschmelzen TV und Soundbar zudem zu einer akustischen Einheit, die sogar kabellos via „WOWCAST“ angesteuert werden kann – ein Segen für die Ästhetik an der Wand, da kein einziges Audiokabel die Optik stört. Das Ergebnis ist eine Wucht, die den QNED klanglich in eine völlig andere Liga katapultiert.

 

Technische Daten

 

Merkmal Spezifikation
Modellbezeichnung LG 65QNED7EB3C
Bildschirmdiagonale 65 Zoll (165 cm)
Display-Technologie Mini LED QNED
Auflösung 3.840 x 2.160 Pixel (4K Ultra HD)
Bildwiederholrate 60 Hz
Soundsystem 2.0 Kanal System
Ausgangsleistung (RMS) 20 Watt
Audio-Formate Dolby Atmos Unterstützung
VESA-Norm 300 x 200 mm
Gewicht (ohne Standfuß) 13,9 kg
Gewicht (mit Standfuß) 14,1 kg
EAN 8806096835449

Quick Check

 

Vorteile
  • Enorme Spitzenhelligkeit
  • Brillante Farben
  • Flüssiges webOS 26
  • Große App-Auswahl
  • Günstig
Nachteile
  • Nur 60 Hertz
  • Leichtes Blooming
  • Kein HDR10+ Support

Fazit

Der LG 65QNED7EB3C von 2026 ist eine ehrliche Haut. Er will gar nicht der beste Fernseher der Welt sein. Er will der beste Fernseher für den Alltag sein. Seine großen Stärken spielt er in hellen Wohnzimmern aus, wo die Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung ihre Muskeln spielen lassen kann und gegen Reflexionen ankämpft. Hier sieht das Bild lebendig, scharf und einfach mitreißend aus.

Für Cineasten, die ihre Filme ausschließlich im stockfinsteren Heimkino genießen, bleibt der Griff zum OLED (wie der LG C6-Serie) alternativlos, da das Blooming des QNED in dunklen Szenen stören kann. Doch für Familien, Gamer und Gelegenheitsgucker bietet LG hier ein Paket an, das kaum Wünsche offen lässt.

Die Ausstattung ist mit webOS 26 zukunftssicher, die Bedienung ist dank KI-Unterstützung kinderleicht und die Verarbeitungsqualität ist solide. Wer nicht bereit ist, den Aufpreis für die Luxus-Klasse zu zahlen, bekommt mit dem 65QNED7EB3C einen hervorragenden Allrounder, der zeigt, dass die klassische LCD-Technik noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Unser Urteil: Gut!

 

 

 

Der LG 65QNED7EB3C beeindruckt im Test mit seiner starken Helligkeit und lebendigen Farbdarstellung.
Der LG 65QNED7EB3C beeindruckt im Test mit seiner starken Helligkeit und lebendigen Farbdarstellung.
Der LG 65QNED7EB3C Fernsehers mit horizontalen Lüftungsrillen, seitlichen Anschlüssen und zwei schmalen Standfüßen.
Der LG 65QNED7EB3C Fernsehers mit horizontalen Lüftungsrillen, seitlichen Anschlüssen und zwei schmalen Standfüßen.
Die Standfüße können einfach entfernt werden, um stattdessen eine VESA-Wandhalterung anzubringen.
Die Standfüße können einfach entfernt werden, um stattdessen eine VESA-Wandhalterung anzubringen.
Mit einer Gehäusetiefe von beachtlichen 7,4 cm ist es deutlich dicker als die ultraflachen OLED-Fernseher.
Mit einer Gehäusetiefe von beachtlichen 7,4 cm ist es deutlich dicker als die ultraflachen OLED-Fernseher.
Die Magic Remote ist eine der beliebtesten Fernbedienungen.
Die Magic Remote ist eine der beliebtesten Fernbedienungen.
Der LG 65QNED7EB3C Mini-LED-TV unterstützt jedoch lediglich 60 Hertz.
Der LG 65QNED7EB3C Mini-LED-TV unterstützt jedoch lediglich 60 Hertz.

 

 

Melanie Schmitz
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