Hisense 65U7SE im Test: Mini-LED-Geheimtipp gegen Samsung?

Lesedauer 13 Minuten

Hisense 65U7SE im Test

Hisense 65U7SE im Test

Mini-LED-Geheimtipp oder billiger Blender?

Ein David gegen Goliath im Wohnzimmer: Hisense bläst mit dem 65U7SE zum Angriff auf die Premium-Klasse von Samsung. Kann ein Fernseher für die Hälfte des Preises die etablierte Konkurrenz wirklich das Fürchten lehren – oder wird hier am falschen Ende gespart?

Es ist ein gewohntes Bild in den Elektronikmärkten: Das Logo von Marktführer Samsung leuchtet majestätisch über den TV-Regalen, unangefochten und selbstbewusst. Doch die Luft an der Spitze wird dünner. Während die Südkoreaner sich auf ihrem Status ausruhen und für ihre Premium-Modelle Luxuspreise aufrufen, formiert sich in der zweiten Reihe der Aufstand. Marken wie TCL und allen voran Hisense drängen mit einer aggressiven Kampfansage ins Rampenlicht: Moderne High-End-Technik darf kein Privileg für Gutverdiener mehr sein.

Mit dem Hisense 65U7SE schicken die Chinesen nun einen Herausforderer in den Ring, der direkt auf die Zwölf des Samsung GQ65QN80H zielt. Auf dem Papier liest sich das Duell wie ein technologischer Gleichstand auf höchstem Niveau:

  • Mini-LED-Backlight für knackige Kontraste
  • Quantum Dots für eine regelrechte Farbexplosion
  • 144 Hertz und HDMI 2.1 für anspruchsvolle Gamer
  • Dolby Vision IQ für die perfekte Kino-Atmosphäre

Der eigentliche Paukenschlag folgt jedoch beim Blick auf das Preisschild. Während Samsung für sein Modell stolze 1.900 Euro verlangt und damit ein tiefes Loch in die Haushaltskasse reißt, geht der Hisense bereits für schlanke 899 Euro über die Ladentheke. Ein Preissturz um mehr als die Hälfte.

Das klingt verlockend, doch wo hat Hisense den Rotstift angesetzt, um diesen Dumpingpreis zu realisieren? Kann die Bildverarbeitung mit Samsungs KI-Prozessoren mithalten, oder bezahlt man den Sparkurs am Ende mit Rucklern, unsauberer Ausleuchtung und billiger Haptik? Unser Test zeigt, ob der vermeintliche Geheimtipp den TV-Thron ins Wanken bringt,  oder ob am Ende doch nur die alte Weisheit gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Quick Check

Vorteile
  • +1200 Nits Spitzenhelligkeit
  • Für helle Räume geeignet
  • Guter Klang
  • Günstig
Nachteile
  • Langsames Betriebssystem
  • Begrenzte App-Auswahl

Die Hisense U7SE Modellreihe ist in drei Größen erhältlich:

Optik & erster Eindruck

Schlanke Silhouette, edles Finish. Auf den ersten Blick kaschiert der Hisense 65U7SE sein Spardiktat meisterhaft. Doch wer genauer hinsieht und Hand anlegt, merkt schnell, wo die Budgetgrenzen verlaufen.

Frisch aus dem Karton gezogen, zieht der 65-Zöller im eleganten „Carbon Grau“ sofort die Blicke auf sich. Das nahezu rahmenlose Design und die äußere Umrandung aus gebürstetem Aluminium atmen pure Moderne und inszenieren eine gelungene Hochglanz-Illusion für die Frontreihe. Doch der schöne Schein trügt: Sobald die Finger über das Gehäuse gleiten, bröckelt die Premium-Fassade. Der innere Displayrahmen und die triste Rückseite bestehen aus einfachem, hohl anmutendem Kunststoff. Für diese Preisklasse ist das zwar verschmerzbar, aber es zeigt, dass Hisense hier vor allem eine schöne Fassade hochgezogen hat.

Richtig spürbar wird der Rotstift beim Standfuß. Die vermeintliche Aluminium-Konstruktion entpuppt sich in der Praxis als instabiler Kunststoffkern, dem es spürbar an Verwindungssteifigkeit fehlt. Ein leichter Schubs, und der TV gerät in ein nervöses Zittern, das man beim unerschütterlich massiven Samsung GQ65QN80H vergeblich sucht. Während dieses wackelige Fundament bei 65 Zoll gerade noch tolerierbar ist, dürfte es bei größeren und schwereren Modellvarianten dieser Serie zur echten Geduldsprobe werden.

Lob verdient dagegen die schlanke Linie des Gehäuses. Trotz des integrierten Subwoofers bleibt der Fernseher angenehm flach. Wer der wackeligen Fußkonstruktion ohnehin misstraut, montiert den Riesen einfach per VESA-Halterung (400 x 300 mm) an die Wand und eliminiert das Stabilitätsproblem elegant mit einem Schlag.

Der härteste Kontrast zum sonst modernen Auftreten wartet allerdings auf dem Couchtisch. Während Samsung seit Jahren auf minimalistische Handschmeichler mit kaum einer Handvoll Tasten setzt, geht Hisense den entgegengesetzten Weg. An der Materialqualität gibt es dabei wenig auszusetzen: Der Signalgeber ist sauber verarbeitet und solide gebaut. Das Problem ist das Layout. Hisense liefert hier ein Tasten-Monstrum der alten Schule ab, das regelrecht vollgestopft mit Knöpfen ist. Unzählige Direktwahltasten für Streaming-Dienste und verschachtelte Menüfunktionen drängen sich dicht an dicht. Was nach schnellem Zugriff aussieht, entpuppt sich im abgedunkelten Heimkino schnell als unübersichtliches Suchspiel. Am Ende gilt: Die Optik stimmt, doch bei Standfestigkeit und Bedienkomfort fordert der günstige Anschaffungspreis seinen Tribut im Alltag.

Ausstattung

Auf dem Papier liest sich die Ausstattung des Hisense 65U7SE wie der feuchte Traum eines Technik-Nerds. Vier HDMI-Anschlüsse, volle HDMI-2.1-Unterstützung und eine Gaming-Vollausstattung signalisieren Angriffslust. Doch im digitalen Alltag zeigt sich: Eine pralle Feature-Liste macht noch kein perfektes Gesamtpaket. An manchen Stellen fehlt der Software schlicht der finale Feinschliff.

VIDAA U: Aufgeräumt, aber mit spürbaren Lücken

Als digitale Schaltzentrale dient das hauseigene Betriebssystem VIDAA U. Die Oberfläche präsentiert sich modern, angenehm schlicht und ohne visuelle Reizüberflutung. Doch der direkte Vergleich mit Samsungs Tizen-Plattform ist unbarmherzig: Wo die südkoreanische Konkurrenz mit butterweichen Animationen und rasanten Reaktionszeiten glänzt, reagiert der Hisense-Menübaum im Alltagstrubel gelegentlich eine Nuance zu träge.

Das größere Problem von VIDAA U liegt jedoch in der App-Bibliothek. Die unumgänglichen Schwergewichte wie Netflix, Prime Video, Disney+ und YouTube sind natürlich an Bord. Wer jedoch tiefer in die deutsche Medienlandschaft eintaucht, stößt schnell an Grenzen.

Kritischer App-Verlust: Das Fehlen der SkyQ-App dürfte für viele Sport- und Serienfans ein veritabler Dealbreaker sein. Auch bei der Smart-Home-Integration und der Vernetzung mit anderen Gadgets im Haushalt bietet Samsung das deutlich reifere und rundere Ökosystem.

TV-Empfang: Rasanter Senderwechsel, aber ohne Gedächtnis

Für das klassische, lineare Fernsehen ist ein moderner Triple-Tuner (DVB-T2/C/S2) an Bord, der alle Empfangswege sauber abdeckt. Und hier überrascht der Hisense mit echtem Arbeitseifer: Beim Zappen vergeht mit etwas mehr als einer Sekunde pro Senderwechsel kaum spürbare Zeit. Das ist ein rasanter Wert, bei dem selbst der teurere Samsung GQ65QN80H Mühe hat, Schritt zu halten.

Umso unverständlicher ist dagegen der Rotstift bei den Komfortfunktionen: USB-Recording (PVR) fehlt komplett. Wer die Lieblingssendung oder das Abendspiel auf eine externe Festplatte bannen möchte, schaut in die Röhre. In dieser Klasse ist der Verzicht auf eine Aufnahmefunktion ein herber Rückschritt, der den ansonsten exzellenten Eindruck des Tuners spürbar schmälert.

VIDAA Art: Die digitale Galerie fürs Wohnzimmer

Einen echten Lifestyle-Treffer landet Hisense dagegen im Standby-Betrieb. Über die Funktion VIDAA Art lassen sich weit über 1.000 Kunstwerke auf den Bildschirm zaubern. Statt als klobiges, schwarzes Loch die Wohnzimmerwand zu dominieren, verwandelt sich der Fernseher per Knopfdruck in eine digitale Gemäldegalerie.

Sicherlich erreicht die Präsentation nicht ganz das Niveau und die matte, papierähnliche Ästhetik spezialisierter Edel-Art-TVs, aber der optische Aufwertungseffekt im Raum ist dennoch phänomenal und ein echter Mehrwert fürs Ambiente.

Gaming: High-Speed mit kleinen Bremsklötzen

Ihre Muskeln lässt die Gaming-Maschine von Hisense auf dem virtuellen Schlachtfeld spielen. Mit 4K-Auflösung bei bis zu 144 Hertz, Variable Refresh Rate (VRR) und dem automatischen Low-Latency-Modus (ALLM) ist der Fernseher exzellent auf PlayStation 5, Xbox Series X und High-End-PCs vorbereitet. Der Input Lag – die Verzögerung zwischen Tastendruck und Bildreaktion – pendelt sich bei extrem flotten 8 Millisekunden ein.

Ein exzellenter Wert, auch wenn Samsung mit fast schon unheimlichen 4 Millisekunden die Nase vorn hat. Während Gelegenheitszocker diesen Unterschied im Leben nicht bemerken, könnten E-Sportler und ambitionierte Shooter-Gamer hier ins Grübeln kommen.

Abzüge in der B-Note gibt es zudem beim Cloud-Gaming: Das Fehlen der GeForce-NOW-App verwehrt den unkomplizierten Zugriff auf Spiele-Streams direkt über den Fernseher. Hisense liefert hier zwar ein verdammt starkes Gaming-Fundament, lässt den Nutzer im Detail aber nicht ganz so autark agieren wie die Konkurrenz.

Bildqualität

Beim Druck auf den Power-Button schlägt die Stunde der Wahrheit. Kann die vermeintliche Discount-Mini-LED-Technik im bildgewaltigen Heimkino-Alltag bestehen, oder demaskiert Samsung den Herausforderer beim ersten großen Filmabend?

Das HDR-Erlebnis: Ein kosmisches Feuerwerk mit Schönheitsfehlern

Spätestens wenn epische Science-Fiction-Kost wie Christopher Nolans Interstellar über die Mattscheibe flimmert, zeigt der Hisense 65U7SE, was in seinen Genen steckt. Mit einer gemessenen Spitzenhelligkeit von stolzen 1.285 Nits brennt der Fernseher ein regelrechtes HDR-Feuerwerk ab. Gleißende Sonnenreflexionen, explodierende Sterne und helles Scheinwerferlicht knallen mit einer Dynamik und Bildtiefe in den Raum, die in dieser Preisklasse sprachlos macht. Dank eines knackigen nativen Kontrasts von 4.955:1 versinken auch dunkle Weltraum-Szenen nicht im fahlen Grauschleier, sondern bleiben plastisch und detailreich.

Ganz ohne Blessuren übersteht der Hisense dieses extreme Kontrastprogramm allerdings nicht. Werden winzige Lichtquellen auf tiefschwarzem Grund projiziert, schlägt das unbarmherzige Phänomen des Blooming zu: Um helle Objekte herum bilden sich milchige Lichtschleier, die das saubere Schwarz verunreinigen. Die Ursache liegt in der Anatomie des Panels. Nach aktuellen Einschätzungen muss der Hisense mit rund 260 Dimming-Zonen haushalten. Der Samsung GQ65QN80H hingegen schießt vermutlich mit über 550 Zonen scharf – also mit mehr als der doppelt so feinen Unterteilung. Entsprechend präziser zähmt Samsung das Streulicht, während der Hisense in schwierigen HDR-Passagen sichtbar früher die Segel streichen muss.

Zu dieser Preisklasse gehört allerdings auch ein kritischer Blick auf die Serienstreuung, denn Käufer nehmen hier automatisch an der berüchtigten „Panel-Lotterie“ teil. Während unser Testgerät eine weitgehend saubere Ausleuchtung aufweist, zeigt die Branchenerfahrung, dass die Qualitätskontrolle in dieser Liga spürbare Schwankungen zulässt. Man muss sich darauf einstellen, dass das gelieferte Modell zu Hause mehr oder weniger stark mit unschönen Clouding-Effekten (hellen Wolken in dunklen Szenen) oder dem gefürchteten Dirty-Screen-Effect (schmutzig wirkende Schleier bei schnellen Kameraschwenks) zu kämpfen hat. Ein makelloses Panel bleibt ein Stück weit Glückssache.

Messung Ergebnis
SDR-Helligkeit ca. 550 Nits
HDR-Spitzenhelligkeit bis zu 1285 Nits (in kleinen Highlights)
Nativer Kontrast 4.955:1
DCI-P3 Farbraum 98 % Abdeckung
D65 Weißabgleich 6.391 Kelvin

Alltagstauglichkeit: Stark gegen das Tageslicht, schwach gegen Reflexionen

Im hell erleuchteten Wohnzimmer schlägt sich der Preis-Leistungs-Kracher wacker. Satte 550 Nits im normalen SDR-Betrieb sorgen dafür, dass das Bild selbst gegen die Mittagssonne ankämpft, ohne dass die Farben blass im Raum verhungern. Für das normale Tageszimmer reicht die Power völlig aus. Der Haken zeigt sich jedoch, sobald Licht direkt auf das Panel knallt: Die Entspiegelung ist bestenfalls Durchschnitt. Wo Samsung unerwünschte Reflexionen von Fenstern oder Stehlampen dank einer High-End-Beschichtung schluckt, spiegelt der Hisense die Umgebung deutlich sichtbarer wider.

Sport-Übertragungen: Stadion-Atmosphäre im High-Speed-Modus

Bei der Bundesliga-Übertragung oder der Formel 1 blüht der Hisense regelrecht auf. Das native 120-Hertz-Panel garantiert eine hohe Bildruhe und saubere Kameraschwenks. Der Rasen leuchtet in sattem Grün, die Trikots strahlen intensiv, und der Ball fliegt flüssig ohne störende Schlierenbildung über das Feld. Trotz der starken Vorstellung bleibt ein minimaler Respektabstand zur Oberklasse: Die Zwischenbildberechnung des Hisense arbeitet im Detail nicht ganz so fehlerfrei wie das Samsung-Pendant; bei extrem hektischen Bewegungen schleichen sich gelegentlich winzige Artefakte ein. Sportfans werden den Fernseher dennoch lieben.

Kinomodus und Farbtreue: Der kühle Blick ab Werk

Wer hochauflösende 4K-Filme streamt, wird von der Quantum-Dot-Technik und ihrer lebendigen Farbgewalt regelrecht angesprungen. Action-Blockbuster strotzen vor visueller Kraft. Allerdings neigen die Ingenieure bei Hisense ab Werk zu einer etwas zu kühlen Interpretation der Realität. Ein gemessener Weißpunkt von 6.391 Kelvin drückt das Bild minimal ins Bläuliche ab. Das lässt Hauttöne zwar frisch, aber eben auch etwas unnatürlich erscheinen. Cineasten, die das Werk des Regisseurs exakt so sehen wollen, wie es gedacht war, kommen um eine manuelle Kalibrierung nicht herum.

Bildverarbeitung & Upscaling: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen

Die maskenlose Wahrheit offenbart sich schließlich bei der Disziplin, die Budget-TVs traditionell vor Herausforderungen stellt: der Bildverarbeitung von minderwertigem Quellmaterial. Sobald stark komprimierte Netflix-Streams oder das normale, oft matschige TV-Programm hochskaliert werden müssen, stößt der Hisense-Prozessor an seine Grenzen. Das Upscaling wirkt verwaschen, Details gehen verloren. Auch die KI-Bildoptimierung agiert unberechenbar und liefert mal zu viel Schärfe, mal zu wenig Kontrast nach. Samsung liefert hier dank mächtigerer Prozessoren ein ungleich ruhigeres, saubereres und hochwertigeres Bild.

Aktiviert man auf beiden Geräten den Filmmaker Mode – schaltet also alle künstlichen Bildverbesserer der Prozessoren ab –, schrumpft der Abstand zur Premium-Konkurrenz schlagartig zusammen. Ohne die störende Software-Einmischung entfaltet das Hisense-Panel seine grandiose, rohe Hardware-Qualität.

Gaming: Die Revanche des Herausforderers

Beim Gaming schlägt der Hisense eiskalt zurück und deklassiert fast alles in seiner Preisklasse. Mit VRR, ALLM und einem phänomenal niedrigen Input Lag von nur 8 Millisekunden fühlen sich Befehle am Controller absolut verzögerungsfrei an. Dass Samsung auf dem Papier noch einmal vier Millisekunden schneller triggert, ist im realen Leben selbst für Profis kaum spürbar. Dafür setzt Hisense noch einen drauf: Das Panel verarbeitet sogar native 144 Hertz. Für Konsolenspieler ist das irrelevant, doch wer einen High-End-Gaming-PC ins Wohnzimmer stellt, bekommt hier die ultimative, flüssige Gaming-Leinwand geboten.

Klangqualität

Während die meisten Flachbildschirme dieser Preisklasse klingen wie ein besseres Smartphone im Blecheimer, bricht der Hisense 65U7SE mit einem ungeschriebenen Gesetz: Er liefert echten, spürbaren Sound, der dem großen Bild endlich Paroli bieten kann.

Das 2.1-System: Ein seltener Gast in der Budget-Klasse

Es ist das ewige Dilemma der modernen TV-Welt: Die Gehäuse werden immer schlanker, der Sound unweigerlich dünner. Umso erstaunlicher ist der akustische Auftritt, den Hisense hier hinlegt. Der Hersteller spendiert dem Gehäuse ein vollwertiges 2.1-Soundsystem samt dediziertem Subwoofer auf der Rückseite. Wo andere TV-Zwerge kläglich nach Luft schnappen, pumpt der Hisense ein überraschend voluminöses, warmes Klangbild in den Raum.

Dieses akustische Fundament macht sich sofort bezahlt, wenn Blockbuster oder bildgewaltige Games über den Schirm flitzen. Explosionen verkommen nicht zum fahlen Alibi-Knall, sondern besitzen ein spürbares Fundament; orchestrale Soundtracks entfalten die nötige Tiefe. Das Kunststück dabei: Trotz der dichten Kulisse saufen Dialoge nicht ab. Stimmen bleiben messerscharf vom restlichen Soundgewirr getrennt und sind jederzeit glasklar verständlich.

Der Akustik-Sieg: Im direkten Duell mit dem deutlich teureren Samsung GQ65QN80H verbucht der Hisense hier einen waschechten Punktsieg. Das Klangbild des Herausforderers wirkt hörbar runder, kräftiger und satter als die oft etwas flache, höhenlastige Abstimmung des Marktführers.

Die Grenzen der Physik: Wo das Heimkino-Gefühl aufhört

Trotz allem Lob vollbringt auch Hisense keine akustischen Wunderheilungen. Der Fernseher versteht und verarbeitet zwar stolz das objektbasierte Dolby-Atmos-Format, doch der Traum vom raumfüllenden 3D-Klang bleibt mit den integrierten Treibern eine Illusion. Um Soundeffekte wirklich plastisch über die Köpfe der Zuschauer hinwegfegen zu lassen, fehlt es den Frontlautsprechern schlicht an der physischen Ausbreitungsmöglichkeit. Für das tägliche TV-Programm, die Abendnachrichten oder das lockere Feierabend-Zocken ist der Sound absolut fantastisch, wer allerdings das echte, markerschütternde Kino-Feeling sucht, kommt um eine Aufrüstung nicht herum.

Hier kommt die hauseigene Hisense AX5125H Soundbar als ideale Ergänzung ins Spiel. Als potentes 5.1.2-System bricht sie die Ketten des Flachbildfernsehers auf: Mit einem kabellosen Subwoofer, der spürbaren Druck in den Frequenzkeller bringt, und separaten Rücklautsprechern baut sie eine echte Klangbühne um das Sofa herum auf. Vor allem die nach oben gerichteten Up-Firing-Treiber hauchen Dolby-Atmos-Inhalten genau jene Dreidimensionalität ein, an der die internen TV-Lautsprecher naturgemäß scheitern müssen. Wer den Fernseher zum akustischen Epizentrum des Wohnzimmers machen will, findet hier das fehlende Puzzleteil.

Technische Daten

Eigenschaft Spezifikation
Modellbezeichnung Hisense 65U7SE
Bildschirmdiagonale 65 Zoll (164 cm)
Display-Technologie DLED Mini LED
Auflösung 3.840 x 2.160 Pixel (4K Ultra HD)
Bildwiederholrate 120 Hz (Gaming: 4K bis 144 Hz)
Soundsystem 2.1 Kanal System mit 40 Watt
Audio-Formate Dolby Atmos Unterstützung
VESA-Norm 400 x 300 mm
Gewicht (ohne Standfuß) 18,6 kg
Gewicht (mit Standfuß) 19,4 kg
EAN 6942351433851

Quick Check

Vorteile
  • +1200 Nits Spitzenhelligkeit
  • Bei Tageslicht geeignet
  • Guter Klang
  • Günstig
Nachteile
  • Langsames Betriebssystem
  • Begrenzte App-Auswahl

 

Fazit: Viel TV für wenig Geld

Der Hisense 65U7SE ist ein bärenstarker Preis-Leistungs-Kracher. Für rund 900 Euro bietet er eine beeindruckende HDR-Helligkeit, eine Top-Gaming-Performance (144 Hz) und ein überraschend kraftvolles 2.1-Soundsystem, das den doppelt so teuren Samsung GQ65QN80H klanglich sogar überholt.

Die Ersparnis fordert jedoch Kompromisse im Detail: Der Standfuß ist wackelig, die Fernbedienung überladen und das System zeigt Lücken bei den Apps (kein SkyQ) sowie der Ausstattung (keine USB-Aufnahme). Bei der Bildverarbeitung und der präzisen Lichtsteuerung (Blooming) zieht Samsungs Premium-Prozessor zudem unaufhaltsam davon. Hinzu kommt das übliche Risiko der Panel-Lotterie bei der Ausleuchtung.

Gesamtnote: Gut! Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis

 

Ein Premium-Fernseher zum absoluten Schnäppchenpreis.
Ein Premium-Fernseher zum absoluten Schnäppchenpreis.
Auf der Rückseite fällt der Subwoofer sofort ins Auge.
Auf der Rückseite fällt der Subwoofer sofort ins Auge.
Die Oberfläche des Standfußes besteht aus gebürstetem Aluminium, darunter verbirgt sich ein Kunststoffkörper.
Die Oberfläche des Standfußes besteht aus gebürstetem Aluminium, darunter verbirgt sich ein Kunststoffkörper.
Auf der Rückseite prägt eine Plastiklandschaft das Bild.
Auf der Rückseite prägt eine Plastiklandschaft das Bild.
Die Fernbedienung des Hisense 65U7SE ist mit Knöpfen überladen und wirkt dadurch unübersichtlich und etwas chaotisch.
Die Fernbedienung des Hisense 65U7SE ist mit Knöpfen überladen und wirkt dadurch unübersichtlich und etwas chaotisch.

 

Thomas Lang

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